{"id":3206,"date":"2023-09-18T09:14:20","date_gmt":"2023-09-18T07:14:20","guid":{"rendered":"https:\/\/chat-kontrolle.eu\/?p=3206"},"modified":"2023-09-18T09:14:20","modified_gmt":"2023-09-18T07:14:20","slug":"bundesregierung-kann-die-chatkontrolle-noch-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chat-kontrolle.eu\/index.php\/2023\/09\/18\/bundesregierung-kann-die-chatkontrolle-noch-stoppen\/","title":{"rendered":"Bundesregierung kann die Chatkontrolle noch stoppen!"},"content":{"rendered":"\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"18\">\n<li>September 2023<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Die Bundesregierung wird im Rat der EU voraussichtlich am 28. September \u00fcber die Chatkontrolle abstimmen. Der Vorschlag der EU-Kommission (CSA-Verordnung) sieht gesetzliche Vorgaben f\u00fcr Unternehmen vor, die Inhalte der privaten Kommunikation aller Menschen zu scannen. Das B\u00fcndnis ChatkontrolleSTOPPEN! fordert die Bundesregierung auf, im Rat der EU gegen die Chatkontrolle zu stimmen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die bisherige Position der Bundesregierung [1] widerspricht nicht nur jeglichen rechtlichen und technischen Gutachten, sondern bricht auch mit den gesetzten Zielen des Koalitionsvertrags. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele zum Schutz von Grundrechten im digitalen Raum sind mit der vorgeschlagenen Chatkontrolle unvereinbar.[2]<br>Im Koalitionsvertrag verspricht die Ampel:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eMa\u00dfnahmen zum Scannen privater Kommunikation und eine Identifizierungspflicht lehnen wir ab. Anonyme und pseudonyme Online\u2010Nutzung werden wir wahren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir f\u00fchren ein Recht auf Verschl\u00fcsselung, ein wirksames Schwachstellenmanagement, mit dem Ziel Sicherheitsl\u00fccken zu schlie\u00dfen, und die Vorgaben \u201esecurity-by-design\/default\u201c ein.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eZum Schutz der Informations- und Meinungsfreiheit lehnen wir verpflichtende Uploadfilter ab.\u201c<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das schlie\u00dft die Ma\u00dfnahmen der <strong>Chatkontrolle<\/strong> explizit aus, also <strong>das anlasslose Durchleuchten privater Nachrichten<\/strong>, die <strong>Alterskontrollen<\/strong>, die erweiterten <strong>Uploadfilter<\/strong> und die <strong>Netzsperren<\/strong>. Die einzige logische Konsequenz ist, eine klare Position gegen die Chatkontrolle einzunehmen. Nicht nur das Ablehnen einzelner Punkte, sondern das Gesetz als solches.<\/p>\n\n\n\n<p>Jurist*innen der europ\u00e4ischen Institutionen sowie der deutschen Regierung warnen vor den diversen <strong>Grundrechtsverletzungen<\/strong>, die von der <strong>Chatkontrolle<\/strong> ausgehen.[3] Sie w\u00fcrde nicht nur Millionen von Menschen unter <strong>Generalverdacht<\/strong> stellen, sondern auch eine <strong>Ausweispflicht im Internet<\/strong> bedeuten. Hunderte von Wissenschaftler*innen, haben davor gewarnt, dass der Vorschlag <strong>technisch gef\u00e4hrlich<\/strong> ist und eine ernsthafte <strong>Bedrohung f\u00fcr vertrauliche und sichere Kommunikation<\/strong> darstellt.[4] Dies k\u00f6nnte 2 Milliarden Menschen weltweit gef\u00e4hrden, die auf <strong>Verschl\u00fcsselung<\/strong> angewiesen sind, um ihr digitales Leben sicher zu gestalten &#8211; darunter auch die Kinder, mit deren Schutz das Gesetz begr\u00fcndet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst die an den Verhandlungen beteiligten <strong>Regierungen haben die Gefahren f\u00fcr ihre eigene Kommunikation erkannt und vorgeschlagen, sich selbst von der Chatkontrolle auszunehmen<\/strong>.[5] Dennoch wurde nach wie vor vers\u00e4umt, wesentliche \u00c4nderungen zum Schutz der Menschenrechte f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung vorzunehmen, darunter Privatsph\u00e4re, freie Meinungs\u00e4u\u00dferung und die Unschuldsvermutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem planen die EU-Innenminister*innen am <strong>28. September<\/strong> \u00fcber eine Position zur Chatkontrolle (CSA-Verordnung) abzustimmen, die <strong>mit europ\u00e4ischen Grundrechten unvereinbar<\/strong> w\u00e4re. <strong>Als ChatkontrolleSTOPPEN! rufen wir die Bundesregierung dazu auf, gegen die Chatkontrolle zu stimmen und damit die Rechte, Freiheiten und IT-Sicherheit der Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[1] Position der Bundesregierung: https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/bundesregierung-innenministerium-setzt-sich-bei-chatkontrolle-durch\/, vergleiche dagegen die \u201eroten Linien\u201c der FDP gef\u00fchrten Minsterien Justiz und Verkehr\/Digitales: https:\/\/netzpolitik.org\/2022\/klare-kante-gegen-chatkontrolle-fdp-papier-bringt-innenministerin-faeser-in-zugzwang\/.<br>[2] Zusammenstellung durch European Digital Rights (EDRi) der breiten Kritik an dem Gesetz \u201eIs this the most criticised draft EU law of all time?\u201c: https:\/\/edri.org\/our-work\/most-criticised-eu-law-of-all-time\/.<br>[3] Gutachten des Juristischen Dienstes des Rates der Europ\u00e4ischen Union vom 26. April 2023:<br>https:\/\/www.bitsoffreedom.nl\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230426-opinion-legal-services-on-csar-proposal.pdf.<br>[4] Vergleiche Bericht von netzpolitik.org \u201eWissenschaftler warnen: Chatkontrolle ist der falsche Weg\u201c: https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/wissenschaftler-warnen-chatkontrolle-ist-der-falsche-weg\/.<br>[5] Bericht von EDRi mit Link auf die Position des Rats der EU: https:\/\/edri.org\/our-work\/council-poised-to-endorse-mass-surveillance-as-official-position-for-csa-regulation\/.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung wird im Rat der EU voraussichtlich am 28. September \u00fcber die Chatkontrolle abstimmen. Der Vorschlag der EU-Kommission (CSA-Verordnung) sieht gesetzliche Vorgaben f\u00fcr Unternehmen vor, die Inhalte der privaten Kommunikation aller Menschen zu scannen. Das B\u00fcndnis ChatkontrolleSTOPPEN! fordert die Bundesregierung auf, im Rat der EU gegen die Chatkontrolle zu stimmen. 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